Montag, 6.7.2026 | 13h – 16h | Blumegg
mit Grünlandprofi Hans Koch
Bericht vom Feldfuttertag des Naturparks Südschwarzwald
Der Feldfuttertag des Naturparks Südschwarzwald am Montag, 6. Juli 2026 in Blumegg bot den teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirten einen praxisnahen Einblick in die Zusammenhänge zwischen Boden, Pflanzenbestand und Futterqualität. Unter der fachkundigen Leitung von Hans Koch, Landwirt und seit über 40 Jahren Berater im Acker‑ und Futterbau, wurden zentrale Stellschrauben für eine hohe Grundfutterleistung direkt auf dem Feld sichtbar gemacht.
Präziser Blick auf Boden und Nährstoffverhältnisse
Zu Beginn stand die Bodenbeurteilung im Mittelpunkt. An mehreren Profilen zeigte Hans Koch, wie entscheidend die Verhältnisse der Nährstoffe für Pflanzenwachstum, Bodenstruktur und Tiergesundheit sind. Besonders hervorgehoben wurden:
- N/S‑Verhältnis – Grundlage für die Eiweißbildung
- K/Na‑Verhältnis – beeinflusst Schmackhaftigkeit und Tiergesundheit
- Ca/Mg‑Balance – maßgeblich für Bodenstruktur und Infiltrationsfähigkeit
Hans Koch zeigte anhand von Bodenproben, wann einzelne Elemente sogar toxisch wirken können und wie eine bedarfsgerechte Kalkung die Bodenbiologie stärkt und die Wasseraufnahme verbessert. Ebenso wurde deutlich, wie stark ein professionelles Güllemanagement, Verdünnung, Einarbeitung, Witterung, die Nährstoffeffizienz beeinflusst.
Bestandesführung, Sortenwahl und Nachsaat
Im zweiten Schwerpunkt ging es um die Bestandesführung und die Sortenwahl im Grünland. Koch erläuterte die unterschiedlichen Eigenschaften von diploiden und tetraploiden Sorten und zeigte anhand von Narbenbeurteilungen, wie Sortenwahl und Pflege die Konkurrenzkraft, Futterqualität und Erntekosten beeinflussen. Besonders betont wurden:
- Deutsches Weidelgras, Weißklee und Rotklee als bewährte Mischungspartner
- Bedeutung von Walzen, Striegeln, Lückenschluss
- richtige Aussaatstärke und ein konkurrenzfähiger Zeitpunkt für die Nachsaat
- angepasste Schnitthöhen zur Förderung der Bestandsdichte
Wirtschaftlichkeit: Mehr Milch aus Gras
Ein zentrales Thema war die wirtschaftliche Bedeutung der Grundfutterleistung. Anhand von Kennzahlen aus verschiedenen Betrieben zeigte Koch, wie stark der Gewinn durch hochwertiges Grundfutter beeinflusst wird.
Der wichtigste Faktor: der Erntezeitpunkt. Schon wenige Tage Unterschied verändern Energie, Struktur und Eiweißgehalt deutlich. Eine konsequente Ertrags‑ und Kostenkontrolle schafft Transparenz und ermöglicht gezielte Verbesserungen.
Zwischenfrüchte als Bindeglied zwischen Boden und Futter
Ein weiterer Schwerpunkt war der Zusammenhang zu den Zwischenfrüchten. Sie:
- verbessern die Bodenstruktur
- fördern die Durchwurzelung
- stabilisieren Nährstoffverhältnisse
- bereiten Grünlandnachsaaten und Ackerfutterbestände optimal vor
Zwischenfrüchte wurden als zentrales Bindeglied zwischen Bodenmanagement, Futterqualität und nachhaltiger Bewirtschaftung dargestellt.
Praxisnahe Demonstrationen vor Ort
Auf dem Feld wurden Verdichtungen sichtbar gemacht, unterschiedliche Düngungsstrategien verglichen und Narben beurteilt. Die Teilnehmenden konnten direkt sehen, wie kleine Veränderungen im Management große Effekte auf Futterqualität, Bodenstruktur, Pflanzenverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit haben können.