Als erste der 18 Pilotbetriebe gingen Therese Schneider und Simon Herrmann vom Naturhof Herrmann am 21. Februar in die Agroforst-Umsetzung. Angelegt wurden gleich zwei Agroforstsysteme:
Auf einer brachliegenden Rebfläche wurde ein sogenanntes Vitiforst-System gepflanzt. Ziel ist es, die klassische Monokultur im Weinbau aufzubrechen und durch die Integration von Bäumen die Artenvielfalt zu erhöhen sowie die Qualität der Weine zu verbessern. Die Bäume sorgen für eine leichte Beschattung der Trauben, wodurch sich der Reifezeitpunkt nach hinten verschiebt – ein zunehmend wichtiger Effekt im Zuge des Klimawandels, da sich so die Aromaausbildung positiv beeinflussen lässt. Gleichzeitig schaffen die Gehölze ein stabileres Mikroklima und tragen zu zuverlässigeren Erträgen bei. Langfristig werden die Bäume zudem zur Stammholzerzeugung genutzt.
Außerdem wurde ein sogenannter Hühnerwald angelegt: Durch die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern im Hühnerauslauf entsteht ein strukturreicher Lebensraum, der den Tieren Schatten und Schutz vor Greifvögeln bietet. Da Hühner ursprünglich Waldvögel sind, profitieren sie besonders von dieser Umgebung. Die Gehölze werden gleichzeitig zur Obsterzeugung genutzt. Unter anderem wachsen hier nun Äpfel, Birnen, Kakis, Mirabellen, Pfirsiche, Aprikosen und Johannisbeeren.
Die Umsetzung erfolgte als gemeinschaftliche Aktion mit tatkräftiger Unterstützung von Freunden und Familie – ein gelungenes Beispiel dafür, wie Agroforst als nachhaltiges Landnutzungssystem nicht nur ökologisch, sondern auch sozial verbindend wirkt.